Das Fertigungsverfahren: Abstechen - Grundlagen

Das Verfahren “Abstechen” beschreibt das Abtrennen von Material eines Werkstückes durch Einstechen eines Stechdrehmeißel bis zur Werkstückachse. Der Vorschub erfolgt hierbei über den Querschlitten. 


Auswahl des richtigen Abstechmeißel

Für einen erfolgreichen Stechvorgang ist die Auswahl des richtigen Stechdrehmeißel entscheidend. Dieser sollte an die Bedingungen der Maschine und des zu bearbeitenden Materials angepasst werden.  

Wichtige Merkmale sind hier die Breite, die Tiefe und der Schneidstoff des Stechdrehmeißel. 

Zur optimalen Breite des Stechdrehmeißel lässt sich sagen, je größer und leistungsstärker die Drehmaschine ist, desto breiter darf die Schneide sein. Für kleine Drehmaschinen insbesondere Tischdrehmaschinen empfiehlt sich ein Stechdrehmeißel mit einer geringen Schneidenbreite (z.B 1,5mm). Diese übt einen deutlich geringeren Druck auf die Antriebsspindel der Maschine aus. 

Die Tiefe des Stechdrehmeißels sollte lang wie nötig, aber so kurz wie möglich eingestellt sein. Das verhindert starke Vibrationen beim Abstechvorgang. 

 

PAULIMOT Mini-Abstechstahlhalter 8 x 8 x 80 mm

 

Breite: 1,45 mm 

Höhe: 5 mm

Länge: 63mm

Abmaße Halter: 8 x 8 x 80 mm

Werkstoff: HSS

 

✔ Tiefe ist einstellbar

✔ für kleine Drehmaschinen 

✔ Preiswert

 

Preis: ~ 7,50€ 

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Abstechmeißel einstellen

Wie jeder andere Drehmeißel auch, muss auch der Abstechmeißel richtig eingestellt werden. Beim Abstechmeißel hat das Einstellen allerdings noch einmal eine besondere Bedeutung, da dieser empfindlicher ist. Der Meißel muss nicht nur exakt auf Mitte der Werkstückachse eingestellt werden, sondern auch Rechtwinklig zu dieser. 

Die Höhe stellst du am besten mithilfe der Zentrierspitze im Reitstock ein. Dafür fährst du mit dem im Schnellwechselhalter eingespannten Stechdrehmeißel an die Zentrierspitze des Reitstocks und stellst die Schneidkante auf die gleiche Höhe der Zentrierspitze.

 

Der Abstechvorgang

Während des Abstechvorgangs solltest du darauf achten, einen gleichbleibenden Vorschub auszuüben. starke Schwankungen beim Vorschub können dazu führen, dass die Schneide bricht oder stark verschleißt. Im Optimalfall hat deine Maschine einen automatischen Planvorschub, dann solltest du den Vorschub nicht zu gering einstellen um genug Druck ausüben zu können. Solltest du keinen Automatischen Planvorschub haben, musst du versuchen einen möglichst gleichmäßigen und nicht zu geringen Vorschub auszuüben um genug Druck aufbauen zu können. Damit reduzierst du  Schwingungen und Vibrationen während der Bearbeitung. 

Des Weiteren solltest du immer wieder den Span brechen. Das machst du, indem du alle paar Millimeter den Querschlitten minimal zurückfährst um die Schneiden kurz aus dem Eingriff zu nehmen. So können die Späne brechen und du kannst die Schneide wieder ansetzen.  

Zu der Thematik “Mit oder ohne Kühlmittel?” solltest du bei Hartmetallplatten entweder konsequent kühlen oder gar nicht. Wenn du die Schneide nicht durchgehend kühlst, können die Temperaturschwankungen sonst zu einem Bruch der Schneide führen. Bei HSS Schneiden passiert das nicht so ohne weiteres. Ich empfehle dir aber dich auch da auf eine Methode festzulegen.