Bohrer für die Metallbearbeitung

Spiralbohrer

Der Spiralbohrer ist ein Standardbohrer für die Metallbearbeitung, den es sowohl in HSS als auch in Hartmetall Ausführungen gibt. Spiralbohrer werden in drei Bohrertypen eingeteilt.

Bohrertyp Anwendungsgebiete Spitzenwinkel Drallwinkel
Typ N (Normal)

Universell einsetzbar:

Baustahl, Grauguss, NE-Metalle

118° 30-40°
Typ H (Hart)

Harte Werkstoffe:

Stahl, Harte Kunststoffe

118°  13-19°
Typ W (Weich)

Weiche Werkstoffe:

Leichtmetalle, weiche Kunststoffe, Holz

130° 40-47°

Schnittwerte für Spiralbohrer: Zu den Werten

 

Zentrierbohrer

Wenn lange Drehteile abgestützt werden müssen, werden Zentrierbohrungen mittig am Rundteil angebracht. Diese sind kegelförmig, damit die Reitstock Spitze diese besser aufnehmen kann.

Der Zentrierbohrer ist ein kleiner Profilbohrer, den es in den verschiedenen Ausführungen gibt:

Form A Lauffläche: gerade | Schutzsenkung: keine
Form B Lauffläche: gerade | Schutzsenkung: kegelförmig
Form C Lauffläche: gerade | Schutzsenkung: kegelstumpfförmig
Form R Lauffläche: gewölbt | Schutzsenkung: keine

 

 

Anbohrer

Anbohrer sind kleine spitze Bohrer, dessen Bohrung den eigentlichen Bohrer eine Führung und Stabilität geben soll. Somit kann der Bohrer nicht verlaufen. Die maximale Bohrtiefe des Anbohrers ist auf die Spitze des Bohrers beschränkt. Anbohrer gibt es sowohl als HSS wie als Hartmetall Ausführung

 

Werkstoffgruppe

Schnittgeschwindigkeit (m/min) [Hartmetall-Anbohrer] Schnittgeschwindigkeit (m/min)  [HSS-Anbohrer]
[P] Stahl  -  10 - 30
[M]Nichtrostender Stahl  5 - 10
[K]Gusseisen  40 - 60  20 - 30 
[N]Nichteisenmetalle   50  - 200   30 - 60  
[S] Speziallegierungen & Titan 10 - 30  5 - 15
[H] Harte Werkstoffe   -  -

Es handelt sich bei dieser Tabelle um grobe Richtwerte, die abhängig vom Hersteller und dem zu bearbeitenden Werkstoff sind. Herstellerangaben beachten. 

 

 

Wendeplattenbohrer (Hartmetall)

Wendeplattenbohrer ermöglichen das Bohren mit höheren Schnittgeschwindigkeiten und höheren Vorschüben und sind somit eine wirtschaftliche Alternative. Sie finden häufig in der Produktion von hohen Stückzahlen Verwendung, da die Zeitersparnis sich wesentlich auf die Stückkosten auswirkt. 

 

Flachsenker

Flachsenker senken Bohrlöcher auf den Durchmesser des Flachsenkers auf, um zum Beispiel hervorstehende Schraubenköpfe oder Muttern in das Werkstück zu versenken. Das geschieht meist aus optischen oder aus Sicherheitsgründen. 

Flachsenker bestehen aus einem zylindrisch geformten Schneidkopf, wodurch die Schneiden ebene Senkungen erzeugen können. Ein Führungszapfen am vorderen Teil des Schneidkopfes gibt dem Flachsenker eine Führung im Bohrloch und sorgt dafür, dass die Senkungen zu den Bohrlöchern koaxial verläuft. 

Bei den Führungszapfen ist darauf zu achten, dass sie etwas kleiner sind als die Bohrlöcher (0,1 mm bis 0,3 mm sollten ausreichen).